Karin Lenzhofer - Chicks Rule! - Review

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Tja, nun ist das hier der erste inhaltliche Teil auf dieser Webseite und gleich ein Verriss. Das war eigentlich nicht so geplant und bei diesem Buch ist es auch besonders unangenehm, es hier so konkurrenzlos zerreissen zu müssen, aus mehreren Gründen. Zum ersten gibt es ja nun einmal unglaublich wenig deutschsprachige Literatur, die sich mit Buffy befasst, und schon deshalb möchte man das Buch loben. Zum zweiten geht es Lenzhofer darum, Mädchen/Frauen dabei zuzusprechen, dass sie sich gegen patriarchale Rollenmodelle wehren, weshalb wir in diesem Punkt auf der gleichen Seite der Barrikade stehen.Trotzdem muss es sein. Wir (das Organisationsteam der Buffy-Konferenz 2007) hatten uns gefragt, ob es gut wäre, Lenzhofer einzuladen. Deshalb habe ich das Buch sehr hoffnungsvoll gelesen. Dabei wurde ich allerdings recht brutal enttäuscht und verärgert. Also: Verriss. Sorry for that.

Was das Buch will, ist schnell gesagt: Es will in modernen amerikanischen Fernsehserien Charaktere finden, die ein emanzipatorisches Rollenmodell oder besser gar kein festes Rollenmodell, sondern die Kritik an allem Festgefahrenen darstellen. Das hört sich vielleicht zunächst nach einem spannenden, wenn auch sehr weitläufigen Programm an, ist es aber nicht, wenn man den genauen Wortlaut betrachtet: Lenzhofer möchte diese Charaktere *finden*. Das heißt genaugenommen — und so führt Lenzhofer das auch durch –, dass sie sich einen ganzen Haufen Serien und ihre Charaktere vornimmt und dann die guten ins Töpfchen, die schlechten woandershin tut. Es heißt dagegen nicht, dass sie darstellte, *wie* diese Charaktere in den jeweiligen Serien vorkommen, wie die Serien selbst mit diesen Charakteren umgehen, und was daraus für die Serien folgt. So freut sich Lenzhofer zum Beispiel, dass Xena eine starke Frau ist; das Erzreaktionäre aber, das darin liegt, dass Xena dadurch eben eigentlich keine Frau mehr ist, sondern ein Monster, das kein Leben führen kann, sondern als einzelgängerische Kampfmaschine (na gut, immerhin mit Gabrielle zusammen, aber das ändert kaum etwas) durch die Lande tingeln muss, ohne dass die Serie dieses Problem großartig zum Problem machte, sondern im Gegenteil abfeiert als das, was nunmal das Schicksal eines Helden ist, interessiert Lenzhofer nicht. Im Gegenteil: Ganz äußerlich bringt sie an anderen Stellen die Theorie von Donna Haraway an, dass Monster, Cyborgs und Ähnliches ja immer schon emanzipatorisch seien, weil sie binäre Identitätsmuster auflösten. Aber kommt es dabei nicht darauf an, *wie* die Serie diese Hybride darstellt? Und da ist Xena eben ein Beispiel, wo das Monströse nicht zu einem normalen Phänomen gemacht wird, das gleichwertig neben anderen Identitäten stünde, sondern zu etwas, das nur am Rande der Gesellschaft, nur für Außenseiter möglich ist; und nochmal: das wird durch die Serie *nicht* kritisiert. Nun würde Lenzhofer sagen: Genau, da wird Leuten Mut gemacht, Außenseiter zu sein. Aber was ist denn das für ein Scheiß? Außenseiter sein ist nicht schön. Klar ist Anpassung dagegen mindestens genauso unsexy, aber deshalb müsste man doch gerade *kritisieren*, dass man unangepasst nur Außenseiter sein kann und nicht auch noch feiern, dass es so ist. Das wäre die Aufgabe der Serie, aber wie gesagt geht es Lenzhofer ja gar nicht um die Serien, sondern nur um einzelne Charaktere.

Wenn man es ganz genau nimmt, geht es Lenzhofer noch nicht einmal um Charaktere, sondern um drei “Muster” von Charakteren, die Lenzhofer überall wiederzuerkennen glaubt. Toll sind Charaktere für Lenzhofer, wenn sie entweder “Stadtneurotikerinnen” wie Ally McBeal, “coole Kämpferinnen” wie Xena oder “Brave New Girls” wie die Gilmore Girls sind. Dementsprechend schlecht vereinfachend ist auch die Darstellung dessen, was an den jeweiligen Frauen/Mädchen emanzipatorisch sein soll: Stadtneurotikerinnen sind toll, weil sie darstellen, wie schwierig es ist, alle Anforderungen gleichzeitig zu erfüllen, die auf eine moderne Frau so einprasseln. Coole Kämpferinnen sind cool, weil sie darstellen, dass Frauen stark sein können. Brave New Girls sind super, weil sie ein selbstbewusstes Mädchensein vorführen. In all diesen Mustern taucht das gleiche Problem immer wieder auf:

Es ist ein riesiger Unterschied, ob die Darstellung eines neurotischen Charakters so geht, dass dabei rüberkommt, dass es nun einmal so ist und dass man halt neurotisch sein muss, oder ob die Anforderungen, mit denen der Charakter nicht klar kommt, als brutale Schweinerei dargestellt werden. Liebe und Beruf gleichzeitig hinzukriegen, mit all den Anforderungen, die beides heutzutage unnötigerweise stellt, ist kein schönes Ideal, sondern *leider* der einzige Weg für viele Frauen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Eine wirklich coole Serie würde darstellen und problematisieren, wie viel Gewalt heute das Geldverdienen und das Leben als Beziehungspartner bedeutet — vielleicht sogar, wieviel fieser psychischer Druck in dem Wunsch steckt, alles auf einmal hinzukriegen. Bei Ally dagegen werden die Neurosen liebenswert und sollen bleiben wie sie sind. Als Gegenbild könnte man hier Buffy anführen, die ebenfalls immer mehr neurotische Verhaltensweisen an den Tag legt, wofür man sie aber nicht liebt, sondern bedauert. Man wünscht sich, dass diese fiesen Anforderungen irgendwann mal weg sind. Und das unterscheidet sich von Ally McBeal wie Tag und Nacht.

Die gleichen riesigen Unterschiede gibt es bei den Kämpferinnen, wie ich es in Bezug auf Xena ja schon angedeutet habe, und es gibt sie auch bei den Brave New Girls. Wenn auch zum Beispiel in den ersten Staffeln der Gilmore Girls Rory die nette Identifikationsfigur der klugen strebsamen Außenseiterin bietet, die von ihrer Liebe zum Wissen nicht ablässt, nur um gut anzukommen, und die für ihre Ideale eintritt, dann ist hier die Auflösung durch die Serie dennoch richtig falsch. Von einigen kleineren Reibereien abgesehen wird hier nämlich eine Erfolgsgeschichte erzählt, in der Rory durch Intelligenz, Schönheit und Standhaftigkeit alle Probleme meistert, in der sechten Staffel durch Beharrlichkeit einen Job bei der Eagle-Gazette bekommt, den es eigentlich gar nicht gab, und am Ende der Staffel sogar Chefredakteurin der Yale-Daily-News geworden ist. Und, ja, das kann für Einzelne ja wirklich mal passieren, aber eben auch nur für Einzelne, und bestimmt nicht für alle, die sich vor den Bildschirmen mit Rory identifizieren. Insofern lügt die Serie in dem, was sie suggeriert. Und das ist — mal wieder — etwas ganz anderes als die “coole Kämpferin” und das “Brave New Girl” Buffy, die an den zu großen und widersprüchlichen Anforderungen durch Job, Bestimmung und Privatleben eben nur scheitern kann. Bei all dem muss man schon gar nicht mehr erwähnen, dass Lenzhofers Methode sie außerdem für andere Dinge sehr unsensibel macht, wie zum Beispiel das wirklich Gute an den Gilmore Girls, das in dem Sprachwitz und dem Umgang mit Popkultur in der Serie liegt. Schon ohne, dass ich so etwas ausführen müsste, dürfte klar sein, dass diese Muster in ihrer Abstraktheit gar nichts mehr erklären.

Und als ob das alles nicht schon abstrakt genug wäre, zerquetscht Lenzhofer selbst diese drei Muster noch zwischen holzschnittartigen Anwendungen der Theorien von Butler, Haraway und Irigaray. übrig bleibt nur, was sich irgendwie mit Begriffen wie “Camp” oder “Ermächtigung” in Verbindung bringen lässt, beziehungsweise, was nicht passt, wird passend gemacht. Ich meine, im Ernst: Eine verkleidet sich und sofort jubelt Lenzhofer, da würden feste Identitäten aufgelöst und das sei ein Zeichen des feministischen Camp; oder eine benutzt eine spitze Waffe und sofort wird für Lenzhofer ein phallozentrisches Weltbild angekratzt! Ich übertreibe hier vielleicht ein bisschen, aber in genau diese Richtung gehts. Ein besonders erschreckendes Beispiel bringt Lenzhofer selbst mit einem Fankunstwerk (S. 229, Abb. 52), auf dem Buffy und Faith kuschelnd in Spitzenunterwäsche zu sehen sind. Lenzhofer will damit zeigen, dass die Fans von Buffy häufig die Phantasie haben, Buffy und Faith könnten lesbisch sein, und bezeichnet diese Phantasie als “queere Lesart”. Das Bild selbst dagegen ist in seinem Stil und seiner Aufmachung so eindeutig dem zuzuordnen, was auf tausend Softcore-Pornoseiten im Netz unter “erotic art” oder Ähnlichem firmiert, bei dem “art” aber hauptsächlich bedeutet, dass es für Männer funktionieren soll, für die “heiße Luder besorgens Dir” dann doch eine zu wenig elaborierte Befriedigung verheißt. Deutlich ist zum Beispiel, dass die beiden auf Standard-Schönheitsideal getrimmten Mädchen nicht einander ansehen und damit ihre innige Verbindung bekunden würden, sondern beide einem dritten, dem Betrachter, ins Auge blicken, der damit davon ausgehen kann, dass das, was die beiden tun, für ihn geschieht. Das Bild ist nichts anderes als die perfekte Projektionsfläche für die klassische Männerphantasie (die es selbstredend auch bei Frauen geben mag), dass zwei Frauen für ihn eine Show aufführen, bei der es im Endeffekt nur darum geht, dass er dann doch noch zum Schuss kommt. Ich will jetzt gar nichts gegen Porno sagen, aber mal ganz im Ernst: Ist das queer??? An diesem Beispiel wird besonders deutlich, was im ganzen Buch immer wieder passiert, nämlich, dass Lenzhofer schlicht und einfach in einer anderen Welt lebt, wenn sie alles Mögliche für queer, Camp und was auch immer hält. Manchmal hätte es vielleicht geholfen, das Material ernstzunehmen, statt mit vorgefertigten Theorien über es hinweg zu urteilen.

Mit all dem, mit der gewaltsamen Beschränkung auf einzelne Charaktere, mit der Vereinfachung in Mustern und mit der Anwendung einer projektiven Lesart auf diese Muster, ist allerdings wirklich alles aufgegeben, weil Charaktere eben nur in der Weise, wie sie in der Serie auftreten, etwas bedeuten und nicht außerhalb dessen; und besonders nicht, weil sie einem Allgemeinbegriff zu subsumieren sind; und schon einmal ganz und gar nicht, weil diesem Allgemeinbegriff blind das Attribut “queer” oder was auch immer aufgedrückt wird. Zum Beispiel mag es einen total sexistischen und widerlichen Charakter in einer Serie geben, der nun echt nicht einer queeren Lesart zu unterziehen ist, der aber genau dafür eingeführt ist, das zu sein, und so zu agieren, dass die Serie in der Darstellung seines sexistischen Handelns eine Kritik am Sexismus durchführt. Man könnte sich etwa streiten, ob in BtVS die Darstellung von Xanders Phantasie, Willow und Tara würden für ihn miteinander Sex haben, ein Beispiel für sowas ist. Aber wenn Lenzhofer sich mit so etwas wie einer Kritik beschäftigte, die nicht durch das hervorragende Rollenmodell eines campigen Charakters, sondern durch die Struktur der Serie und alle ekligen Charaktere hindurch geschieht, müsste sie akzeptieren, dass die Kritik, die in solchen besseren Serien steckt, zunächst einmal eine negative ist, aus der nicht sofort eine Handlungsanweisung springt. Wenn eine Serie wie BtVS darstellt, dass der Kampf gegen das Böse in der Welt kein Weg zum Glück ist, und dennoch schlichtweg notwendig, dann ist das gar nicht in Lenzhofers Sinne, weil die Figur Buffy dann eben nicht mehr als Beispiel herhalten kann, dem nachzueifern unmittelbar gewinnbringend für die eigene Lebenssituation ist. So deutet sie Buffy gegen den gesamten Flow der Serie in eine erfolgreiche Heroin um, die super mit dem Leben klarkommt, und empfielt Mädchen, sich an ihr ein Beispiel zu nehmen. Gegen ihre Intention hat sie damit sogar recht. Ich würde durchaus auch sagen: Nehmt Euch ein Beispiel an Buffy, aber aus vollständig anderen Gründen. Buffy kämpft nämlich weiter, obwohl sie unglücklich ist, weil sie verstanden hat, dass sie sich mit dem Aufgeben ihres Kampfes selbst belöge und ihre Subjektivität aufgeben müsste, die eben in ihren Überzeugungen und ihrem Eintreten dafür besteht. Ich würde Leuten aber darüber hinaus immer sagen, dass sie sich auch ansehen sollen, was dieser Kampf in Buffys und in unserer Welt für Brutalitäten in Bezug auf das ganz normale Leben mit sich bringt, und dass sie sich nicht selbst belügen und den Kampf abfeiern sollen. Das Ziel muss doch sein, die Notwendigkeit des Kampfes zu überwinden (wie es übrigens ebenfalls in BtVS angedeutet wird).

Dennoch ist Ermächtigung von Mädchen natürlich überhaupt nicht blöd. Man muss aber sehr genau darauf achten, was die Ermächtigung wo bringt. Die Situation, in der es Lenzhofer um Ermächtigung geht, beschreibt sie wie folgt: “Während der 90er kam es zu einer immer größer werdenden Sammlung von Studien, welche den dramatischen Verlust von Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein von Mädchen in der Adoleszenz, sowohl in Bezug auf den eigenen Körper als auch auf ihre intellektuelle Leistungsfähigkeit, dokumentierten. In dieser entscheidenden und zukunftsweisenden Zeit in ihrem Leben stehen Mädchen an einer Weggabelung, […] die für die meisten Mädchen in eine bildliche Sackgasse aus Abhängigkeit, Machtlosigkeit und Unterdrückung führt. So verlieren Mädchen, die zuvor selbstbewusst und ambitioniert waren, an Selbstvertrauen, gehen nicht das Risiko ein, eine eigene/andere Meinung zu haben und sie zu vertreten, setzen sich selbst unter Druck, um von Gleichaltrigen akzeptiert zu werden, für das andere Geschlecht attraktiv zu sein, und um gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen. Ihre davor so starken Stimmen verstummen.” Mal abgesehen davon, wie eine Weggabelung in eine Sackgasse führen kann, deutet diese Beschreibung ganz deutlich darauf hin, dass für diese Mädchen der Rat, sich politisch zu verhalten und organisiert gegen ihre Unterdrückung zu kämpfen, kaum angemessen wäre. Statt dessen muss irgendetwas geschehen, damit sie überhaupt wieder Mut fassen, in die Welt hinausgehen und zu sich und ihren Meinungen stehen können. An so einer Stelle greift Ermächtigung. Wenn eine so blöde Serie wie Xena dazu führt, dass Mädchen, die sich mit der Hauptdarstellerin identifizieren, Mut bekommen, sich in den alltäglichen Kampf zu wagen, so ist das nur zu begrüßen. In einem solchen Fall bin ich fast geneigt, die Aufforderung “Hey, sei Außenseiter, Außenseiter sein ist cool” zu unterstützen. Aber nur fast. Schlimm wirds nämlich, wenn die Serie lügt. Wenn ein Mädchen von Xena aufgestachelt meint, einen Kampf für die Schwachen erfolgreich führen zu können und dabei kläglich scheitert, oder wenn ein von Akne geplagtes korpulentes Mädchen meint, in die Welt hinauszugehen, und Anerkennung und Bestätigung zu finden für das, was sie ist, sei gar kein Problem, und als Resultat nur noch mehr Ausgrenzung erfährt, so ist das in keinster Weise emanzipatorisch. So schön ist die Welt halt nicht. Wer sich was anderes einredet, wird einfach nur bitter enttäuscht werden — und das führt nicht zu selten dazu, dass sich diese Mädchen dann nur um so weiter zurückziehen. Der erste Schritt, den Mut zu entwickeln, der Welt entgegenzutreten, ist unendlich wichtig, der zweite Schritt, zu wissen, dass Mut allein nicht zum Erfolg führt, und was es bedeutet, in dieser Welt zu kämpfen, mindestens genauso. Und diesen zweiten Schritt macht man eben nicht durch einzelne Charaktere, die man sich zum Vorbild nimmt, sondern durch schonungslose Einsicht in die Fiesheiten, mit denen wir uns so rumzuschlagen haben. Und wenn sowas überhaupt irgendwo in der Pop-Kultur thematisiert wird, dann eben nicht durch Charaktere, sondern durch die konsequente Durchführung der Probleme des Umgangs der Charaktere mit der Situation, mit der sie klarzukommen haben.

Lenzhofer dagegen vermutet überall, wo Scheitern dargestellt wird, den Backlash, meint also, dass das Scheitern der Charaktere in ihrer Emanzipation antiemanzipatorisch beziehungsweise, wenn man das so sagen darf, entmächtigend ist. Nicht zu selten hat sie damit Recht. Wenn zum Beispiel der Xena-Macher, der ja auch Herkules verbrochen hat, Xena am Ende sterben lässt, so ist das nicht motiviert aus der Einsicht in die Schwierigkeiten aktueller Gesellschaften, sondern ist die reaktionäre Tragik, die Kulturindustrie gerne bemüht, wenn sie zeigen will, dass am Ende doch alles keinen Sinn hat und dass das objektive Abfinden mit dem, was ist, bei gleichzeitiger subjektiver Bewahrung einer schönen, leidenden Seele, halt die beste aller möglichen Lebensweisen darstellt. Das ist in der Tat mies. Das Gegenteil vom Schlechten ist aber nicht immer gleich das Gute. Xena glücklich und problemlos bis an ihr (natürliches) Lebensende weiter kämpfen zu lassen, hieße halt, Mädchen anzulügen über das, was möglich ist. Weder die Resignation noch die Ermächtigung durch Beschönigung kann die Lösung sein, sondern nur das Mutmachen zum Kämpfen eines Kampfes für die eigene Subjektivität im Wissen um das Unglück, das damit verbunden ist, weil das Unglück immer noch besser ist, als sich als Subjekt ganz aufzugeben. Auch wenn es für die Mädchen, um die es geht, vielleicht gerade nicht ansteht, muss aber in einem dritten Schritt auch über diese Position irgendwann hinausgegangen werden. Das wirklich Konsequente wäre, aus der Darstellung der aktuellen Hoffnungslosigkeit nicht den Schluss zu ziehen, dass alles keinen Sinn hat, sondern andersherum den, dass die Kritik radikaler werden muss und dass es am Ende nicht einzig darum gehen kann, innerhalb der gegebenen Bedingungen erfolgreich sein zu wollen, sondern darum gehen muss, dafür zu kämpfen, dass die Bedingungen selbst sich ändern oder wie ich schon oben gesagt habe, dafür, dass die Notwendigkeit des Kampfes selbst überwunden wird. Um all das geht es bei Buffy, aber nicht bei Xena, Dark Angel, Witchblade, Charmed und all den anderen Serien, die Lenzhofer so lieb hat.

Das Buch: Karin Lenzhofer - Chicks Rule!

comments to Karin Lenzhofer - Chicks Rule! - Review

Antidemokratische Aktion 4. June 2007, 13:29


“oder wenn ein von Akne geplagtes korpulentes Mädchen meint, in die Welt hinauszugehen, und Anerkennung und Bestätigung zu finden für das, was sie ist, sei gar kein Problem, und als Resultat nur noch mehr Ausgrenzung erfährt, so ist das in keinster Weise emanzipatorisch. So schön ist die Welt halt nicht.”

Schön wäre die Welt also, wenn die Trulla Anerkennung bekäme? Als wäre nicht schon dieser Wunsch von ihr ein einziger Fehler. Sie verdoppelt da doch einfach nur den Standpunkt, dass es auf Erfolg ankommt, von der aufgezwungenen Konkurrenz auch noch in eine private, eben die um Anerkennung. Da sollte man ihr doch keinen Erfolg in diesem verkehrten Bemühen wünschen, sondern sie dagegen agitieren.

epniucrvrl 6. July 2007, 10:50

Dieser Komentar war ursprünglich auf englisch geschrieben. Die Übersetzung ist von 1630RevelloDrive.net.

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abtztjiset 25. August 2007, 18:01

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